aggressions workshop Berlin
Workshop 2004   
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Hintergrund

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Der diesjährige Workshop Aggression bietet Wissenschaftlern die Möglichkeit, neue Arbeiten zu diesem Thema zu präsentieren und zu diskutieren. Die Veranstaltung will jedoch mehr erreichen: Neueste wissenschaftliche Ergebnisse sollen mit Erkenntnissen aus der Praxis zusammenkommen, mit den Erfahrungen der therapeutischen und sozialpädagogischen Arbeit.

Jeden Tag belegen Berichte, dass Kriminalität unter Jugendlichen nicht abnimmt, dass aggressives Verhalten von jungen Menschen sich immer weitere Ziele sucht. Es mangelt an Lösungen zur Prävention und Intervention. Wissenschaft und Praxis zusammenzuführen, erscheint deshalb bei diesem Thema besonders wichtig. Die Erklärung der Bedingungsgefüge aggressiven Verhaltens soll nicht in Forschungserkenntnis enden, sondern darüber hinaus reichen und die Entwicklung von Präventions- und Interventionsprogrammen im Detail unterstützen. Genauso sollen Wissenschaftler Themen und Ansätze für ihre weitere Arbeit aus den Problemen der Praxis entnehmen können.
Deshalb möchten wir auch Referenten aus der Jugendjustiz, der Psychotherapie und der Sozialpädagogik gezielt ansprechen, damit sie von ihren Erfahrungen aus der Arbeit mit aggressionsgeleiteten Menschen berichten.

Es gibt zwar bereichsspezifische Theorieansätze zur Erklärung von aggressivem Verhalten, aber keine theoretische Modelle, die umfassend erklären, wie Aggression entsteht und warum aggressives Verhalten von Jugendlichen heute zunehmend öffentlich hervortritt. Diese Erkenntnisschwäche mag daran liegen, dass wenig übergreifende Forschungsergebnisse zum Thema Aggression vorliegen. Der Workshop Aggression will gezielt beginnen, hier Lücken zu schließen. Wir wollen versuchen, Theorieansätze zur Erklärung aggressiven Verhaltens mit den Bedingungsgefügen des Endo-, Makro- und Mikrosystems (im Sinne von Bronfenbrenner) zu integrieren.

Auch die Ankündigung des diesjährigen Workshops macht klar, dass sein Themenschwerpunkt bei intra-und interpersonellen Ansätzen zur Erklärung aggressiver Verhaltensweisen liegt. Vielfach finden sich in der Forschung Hinweise, dass vor allem frühkindliche Erfahrungen und geschlechtsspezifische Erziehungsansätze spätere Verhaltensmuster und die psychosoziale Anpassung vorhersagen. Der Themenschwerpunkt widmet sich also den familialen und geschlechtsspezifischen Bedingungen von Aggression. Er ist nicht nur wissenschaftlich, sondern auch politisch aktuell und bedarf dringender Aufmerksamkeit. Der Workshop soll die Plattform sein, diese fällige Diskussion in der Aggressionsforschung voranzutreiben.

Weitere Themenbereiche, die eine kritische Prüfung und neue wissenschaftliche Impulse verdienen und daher Rahmenpunkte des Workshops sein werden, sind einerseits biopsychosoziale und andererseits kulturvergleichende Ansätze zur Erforschung von aggressivem Verhalten.

In den Zeiten der Globalisierung und von zunehmend multiethnischen Gesellschaften ist ein tieferes Verständnis der kulturellen Ausprägung und Bedeutung von Aggression zwingend notwendig. Das trifft sowohl die theoretische Forschung als auch die Anwendung in der Praxis.

Für eine aussichtsreiche wissenschaftliche Diskussion und eine damit erfolgreich verlaufende Tagung sind wir daher auch auf Referenten und Referentinnen aus dem Ausland angewiesen. So ist es uns als Workshop-Veranstaltern ein besonderes Anliegen, Wissenschaftler aus den USA, Kanada, England und Österreich für die Teilnahme zu gewinnen.

Der Workshop bietet jungen und renommierten Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen der Psychologie, Pädagogik und Soziologie, aber auch Berufstätigen aus der angewandten Jugendarbeit die Gelegenheit, ausführlich über ihre neuesten Ergebnisse und Erkenntnisse zu diskutieren. Die Veranstaltung ordnet sich in die Reihe "Workshop Aggression" ein, die seit dem Beginn 1997 jedes Jahr stattgefunden hat. Wir freuen uns auf ein weiteres produktives Zusammentreffen in Berlin und freuen uns sehr auf Ihre Beiträge und Teilnahme.

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